Guillotine, Schandgeige und Pranger

Das Strafvollzugsmuseum schafft ein Gefühl für Geschichte

Am 18. Februar 1949 wurde das letzte Mal in der Bundesrepublik Deutschland das Fallbeil einer Guillotine zur Hinrichtung eines Menschen ausgelöst. Danach wurde die Todesstrafe abgeschafft. Richard Schuh, ein Raubmörder aus Tübingen, der einen LKW-Fahrer ermordet hatte, verlor an diesem Tag sein Leben.

Damit endet in Deutschland die Geschichte von Folter und Hinrichtung. Einige Zeugnisse dieser Praktiken können im Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg auch heute besichtigt werden: Von der Schandgeige bis zur originalen, funktionstüchtigen Guillotine, deren Fallbeil schon oft zum Einsatz kam. Ein beklemmendes Gefühl.

Der Strafvollzug hat Tradition in Ludwigsburg: Hier stand die erste und lange einzige Strafanstalt im Land. Das Museum selbst befindet sich in dem 1748 erbauten ehemaligen herzoglichen Zucht-, Arbeits-, Waisen- und Tollhaus. Bis zur Einrichtung des Museums diente das Gebäude selbst Zwecken des Strafvollzugs, unter anderem als Außenstelle der Festung Hohenasperg.

Das Museum verfügt neben der Guillotine über zahlreiche andere faszinierende Exponate aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Darunter auch erstaunliche Basteleien von Gefangenen: Ein Schachspiel aus Seifenresten oder ein Schwarzbrennapparat aus Kaffeedosen und Schläuchen. Trotz der Enge und Kargheit der Gefängnisse, die die Besucher des Museums in nachgebauten Zellen aus verschiedenen Zeiträumen erleben können, waren die Gefangenen kreativ. Vielleicht gerade wegen dieser Trostlosigkeit.

von Maike Müller | Public Relations | WilhelmGalerie
Bild Pixabay.com | Public Relations | WilhelmGalerie

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