„Idomeneo“ wird im Luwigsburger Forum angespült

Das besondere Zusammenspiel internationaler Musiker

Mächtiges, reißendes Wasser fordert Opfer. Idomeneo, der König von Kreta, kehrt auf Irrwegen aus dem Trojanischen Krieg zurück – er gerät in Seenot und wird schließlich von den Göttern gerettet. Doch für sein Überleben fordern sie ein blutiges Opfer an Land: Er soll den ersten Mensch der ihm auf Kreta begegnet töten. Als ihn sein eigener Sohn Idamante als erstes empfängt, geht die wilde Odyssee an Land weiter.

Das Elend von Flucht und Heimatlosigkeit der 1781 im Rahmen des Münchner Karnevals uraufgeführten Oper Wolfgang Amadeus Mozarts ist zeitlos. Alle Figuren sind gestrandete Flüchtlinge die sich nach einer Heimat sehnen.

Die Brisanz dieses uralten Themas der Menschheit bringen die Ludwigsburger Schlossfestspiele am 8. und 9. Juni im Forum am Schlosspark zur Geltung. Regisseur Bernd Schmitt holt die dreiaktige Oper von Kreta nach Ludwigsburg und zeigt: Auch hier gibt es Gestrandete. Mit dem Flüchtlingschor „Zuflucht“, der in den Medien schon Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, eröffnet „Idomeneo“ eine neue Perspektive: Oper ist nicht realitätsfern und abgehoben. Sie ist politisch, bezieht Betroffene mit ein und überträgt deren Perspektive auf das Publikum!

Zu den Sängern aus Afghanistan, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan und Syrien tritt Maximilian Schmitt, der sein Deutschland-Debüt als Idomeneo gibt. Der Tenor gilt als einer der facettenreichsten Opernsänger seiner Generation und wird von einem hochkarätigen Ensemble unterstützt. Um die Instrumentalmusik kümmern sich 50 Musiker der BandArt. Das Zusammenspiel der spanischen Band ist so gut, dass sie neben der musikalischen Leitung vom Konzertmeister des London Symphony Orchestra, Gordan Nikolic, keinen Dirigenten braucht.

Ähnlich ist es mit dem ganzen Ensemble dieser einzigartigen Zusammenarbeit: Ein großes internationales Team von Opern-Profis, Asylsuchenden und Musikern, die Bernd Schmitt mit seiner Dramaturgie zu einem großen Spektakel verschmelzen lässt.

von Maike Müller| Public Relations | WilhelmGalerie
Bild Andreas Knapp | Ludwigsburger Schlossfestspiele

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